2. Liga KMPKT – Furchtlos und Treu – VfB Fans und Maxim führen Stuttgart zum Sieg

Vor knapp 24 Stunden ist der erste Spieltag der zweit Liga Saison 2016/2017 geendet. Freitag startete der erste Absteiger, mit Hannover 96, erfolgreich in die Saison. Nun wollte der VfB da gestern nachziehen. Ich war selbst vor Ort und habe mir die diesjährige Karawane angeschaut und natürlich als Highlight das Spiel gegen den FC St. Pauli.

— Dieser Artikel beschäftigt sich hauptsächlich mit dem VfB Stuttgart —

Die Karawane mit vielen Statements!

Mit der Karawane wollten die Stuttgarter Fans ein deutliches Zeichen in Richtung DFB geben und ihre Meinung zu den Montagsspielen äußern. Für mich war Montag gar nicht so schlimm. Immer wieder tauchten Plakate gegen die, in der zweiten Liga üblichen, Montagsspiele auf. Auch während dem Spiel wurde von beiden Fan Gruppierungen dagegen gewettert.

Meine persönliche Meinung zu den Montagsspielen ist seit gestern ein bisschen klarer. So schlimm ist es gar nicht. Die Spiele beginnen in der Regel um 20:15, was eine Anreise mit bis zu 1,5 Stunden Anfahrt schon stressfrei macht. Ich bin gestern um 17 Uhr aus Karlsruhe gestartet und es war eine angenehme Fahrt. Wenig Berufsverkehr (natürlich sind Ferien, aber auch da müssen Leute arbeiten) und so gut wie keinen Stau. Erst an der Kreuzung Richtung Wilhelma geriet der Verkehr ins stocken, was vertretbar war. Die Zeiten für ein Freitagsspiel sind in der zweiten Liga deutlich unangenehmer. 18:30 startet die zweite Liga am Freitag. Wie soll man dann rechtzeitig da sein, wenn man nicht aus Stuttgart und Umgebung stammt? Lieber DFB, so schön die erste Liga auch ist, die Zeiten sollten da angepasst werden.

Nun wieder zurück zur Karawane. Die auch dieses Jahr wieder Laut und überraschend fröhlich war. Am seitlichen Straßenrand merkte man bei einigen Unterhaltungen, dass doch viel Zuversicht da ist und der Abstieg soweit verkraftet wurde. In einer Gruppe von Männern habe ich gehört “Lieber zweite Liga mit purer Tradition, als erste Liga mit RB und TSG.” auch die Nachbarschaftsduelle und der einzig Wahre Südderby war Thema in den Gesprächen vor dem Stadion.

  • “Heidenheim, Sandhausen und auch Karlsruhe sind nicht mehr soweit, wie Hamburg, Bremen und Wolfsburg”.
  • “Wenn der KSC nicht die Klasse nicht hat hoch zu kommen, müssen wir eben runter kommen um denen die Klasse zu zeigen.”

Dies waren nur ein paar Zitate. Alles in allem war es wieder ein schöner Start in die Saison! Das erste Spiel in der zweiten Liga seit 39 Jahren konnte starten!

Erste Überraschung vor Anpfiff

Kaum einen Platz in der Canstätter Kurve angekommen, ging auch schon der erste Blick auf’s Handy. Genauer auf Facebook. Hier veröffentlicht der VfB eine Stunde vor Anpfiff seine Aufstellung. Keine ganz unerhebliche Information für die Fans, da man gespannt war wie beliebt sich Jos Luhukay bei den Fans machen will. Fazit nach dem Blick auf das gepostete Bild – nicht sehr beliebt anscheinend. Der für die VfB-Fans wichtigste Mann fehlte. Alexandru Maxim saß zunächst auf der Bank, der 18-Jährige Berkay Özcan hat den Vorrang bekommen.

Die Startaufstellung des VfB Stuttgarts:

Tor: Mitchell Langerak
Abwehr: Emiliano Insua, Toni Sunjic, Stephen Sama, Florian Klein
Mittelfeld: Phillip Heise, Hajime Hosogai (als 6er), Christian Gentner (als 6er), Berkay Özcan (als 10er), Jean Zimmer
Sturm: Simon Terodde

Erst heute Abend gab der Holländer bekannt warum Maxim auf der Bank sein. Im Kicker sagte er: “Ich hatte sieben Wochen Vorbereitung. Und jeder weiß, dass ich ein Trainer bin, der nicht nach Status oder Stellenwert guckt.” War Maxim so schlecht in der Vorbereitung, dass ein Startelf-Einsatz am ersten Spieltag nicht drin war? Für Luhukay schon. Somit mussten die Jungs mit dem Brustring ohne den Rumänen starten.

Nicht nur bei mir, sondern auch bei den Fans auf der Tribüne sorgte das für mehr wie eine Sorgenfalte. Andere forderten sogar schon mit dem Hashtag #luhukayraus den Rücktritt des gerade erst angetretenen Trainers, wenn auch nur aus Spaß 😉 !

Das was sich draußen angedeutet hat, hat sich im Stadion dann auch bewiesen. Bis auf vereinzelte Plätze war die Mercedes-Benz-Arena ausverkauft! 60.000 Leute schauten sich das Spiel der Schwaben an. So viele, wie seit der Partie im Mai 2015 nicht mehr (1860 München gegen 1. FC Nürnberg).

Und los geht’s!

Um 20:15 Pfiff Referee Benjamin Brand die Partie an und die begann Schwungvoll! Stuttgart konnte in den ersten Minuten nur wenig Fuß fassen St.Pauli ließ Stuttgart immer mal wieder den Ball hin und her schieben und presste dann stark gegen die einzelnen Ballführenden Spieler. So konnte sich St. Pauli einige gute eins gegen eins Situationen gegen Stephen Sama und Toni Sunjic herausspielen. Als klare Schwachstelle konnten die Kiezkicker aus dem Norden den 23-Jährigen Stephen Sami ausfindig machen. Dieser wackelte am Anfang der Partie sehr stark und wurde öfter überrannt. Toni Sunjic hingegen spielte eins seiner besten Spiele beim VfB Stuttgart, seine Position dürfte keine Fragen mehr aufwerfen. Der Bosnier war in der kompletten Abwehrreihe zu sehen und brachte seine körperliche Überlegenheit immer wieder ins Spiel.

Stuttgart spielte in den ersten Angriffen über die außen. Im letzten Jahr konnte man gerade mit der linken Seite glänzen. Insua und Kostic konnten immer mit Ideen und der Kaufstärke trumpfen. Diesen Kostic Verlust hat Luhukay versucht mit Phillip Heise zu kompensieren. Dem argentinischen Verteidiger merkte man an, dass dies nicht ganz funktioniert hat. Immer wieder gab es Unstimmigkeiten zwischen den beiden Spielern, Insua meldete sich auch öfter mal zu Wort.

Die vom VfB schwach gespielte Halbzeit hatte in der 30. Spielminute seinen Tiefpunkt. Über die rechte Angriffsseite von St. Pauli konnte sich Picault gegen Heise durchsetzen und einen pfiffigen Ball vor das Tor der Stuttgarter schlagen. Der Ball ging an Heise, Sama und Langerak vorbei. Auch Sunjic konnte in der Mitte nichts mehr gegen den heran stürmenden Bouhaddouz unternehmen. Bouhaddouz schob den Ball mit Links nur noch ins Tor. 0:1 für die Gäste und Enttäuschung auf den Rängen. Dort hieß es nämlich schon wieder “Macht gerade da weiter, wo ihr aufgehört habt!”. Die Fans wieder unzufrieden, doch die Jungs auf den Platz machen Hoffnung. Terodde stand mal alleine vorm Tor gegen Himmelmann und auch Sama schoss ein Abseitstor.

Es ging in die Halbzeit und alle wussten, da muss etwas passieren!

Maxim kommt und siegt

In der Halbzeitpause machte sich der Rumäne intensiv warm und durfte dann auch gleich auf den Platz. Maxim kam für Phillip Heise und besetzte die 10er Position. Berkay Özcan ging auf die linke Außenbahn. Mit Maxim kam auch der Schwung zurück. Immer und immer wieder puschte er zusammen mit den ebenfalls herausragenden Neuzugängen Zimmer und Hosogai die Mannschaft nach vorne.
Die 60. Minute war dann sehr Ereignisreich aus Sicht der Stuttgarter. Nach einer Ecke trifft Stephen Sama die Latte, der Nachschuss folgt von Insua. St. Pauli kam mit dem Maxim-Motor nicht zurecht und das merkte man dann in der 67. Minute. Gentner spielt vom eigenen sechzehner einen langen Ball auf den gestarteten Maxim, der den Ball gut mitnehmen kann und auf das Tor der Kiezkicker zulaufen kann. Er hat nur einen Abwehrspieler vor sich, doch mit einer gekonnten Körpertäuschung nach links geht er einen Schritt nach rechts und kann den Ball ins rechte untere Eck schieben! Überragend vom eingewechselten Star! 1:1 Ausgleich vom VfB Stuttgart.

Nun haben die Jungs von Jos Luhukay die Chance gerochen! Immer wieder versuchte Maxim die Offensivspieler in Szene zu setzen, doch gerade die Nummer 9 Simon Terodde wurde, wie schon im ganzen Spiel, gedoppelt. Terodde bekam keinen Zugang zum Spiel.

87. Minute. Maxim bekommt den Ball auf der linken Angriffsseite direkt an der Torauslinie. Er sieht den anlaufenden Insua, der direkt auf das Tor von St. Pauli schießt. Der Ball wird abgefälscht und Kapitän Christian Gentner grätscht den VfB Stuttgart zum Sieg. In den verbleibenden Minuten konnte St. Pauli nichts mehr ausrichten und verliert somit ihr Auftaktmatch gegen Stuttgart. Für die Schwaben war dies ein ganz wichtiger Sieg, der allen Kraft für die nächsten Aufgaben gegeben hat. Am Freitag geht’s für Stuttgart um 20:30 in Düsseldorf weiter.

VfB Spieler schätzen die Unterstützung der Fans

In jedem Interview, welches mit einem VfB Spieler geführt wurde, wurde erwähnt wie überragend die Unterstützung der Fans war. Immer wieder wurde erwähnt, dass die Bundesliga, wenn nicht sogar Champions League reif sei. Gerade Terodde schien begeistert zu sein. Der ehemalige Bochumer betonte die Unterstützung der Fans und sagte, dass man solch eine Stimmung erstmal in einem Champions League oder WM-Finale finden muss.

Somit verabschiede ich mich erstmal bis Freitag, wenn es dann weiter geht mit folgenden Spielen:

18:30
1. FC Nürnberg : FC Heidenheim
Erzgebirge Aue : SV Sandhausen

20:30
Fortuna Düsseldorf : VfB Stuttgart

Grüße Jonas!

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