Feuriges Pokalfinale – Bayern gewinnt im Elfmeterschießen

Bayern gewinnt – Dortmund muss daraus lernen

Der Spielbericht

1. Halbzeit: Was für eine erste Halbzeit – beide Angriffsreihen spielten gegen eine Wand. Die Abwehrreihen beider Mannschaften achteten in den ersten 45 Minuten nur darauf, dass man hinten Kompakt und geordnet steht. Somit kam ein Offensivspiel nur manchmal zustande. Genauso hat man sich zeitweise wie bei einer Diskussionsrunde im deutschen Fernsehen gefühlt. Egal ob Dortmund oder Bayern, beide waren mit den Schiedsrichter Entscheidungen nicht immer einverstanden. In der 39. Minute waren beide Mannschaften auf dem Höhepunkt ihrer hitzigen Stimmung. Ribéry und Castro in einem für mich korrekten Zweikampf. Doch Ribéry sah das anders – er ging zu Castro und griff ihn ins Gesicht, der Ringfinger ging sogar ins Auge. Es hätte eine Spielentscheidende Szene sein können, so kurz vor Ende der ersten Halbzeit. Aus den Perspektiven der Kameras hätte es eine klare Rote Karte (wegen Tätigkeit) geben müssen. Wie der vierte Offizielle es gesehen hat oder überhaupt übersehen konnte, weiß man auch nicht so ganz. Er stand direkt daneben und hilt Ribéry von weiteren Aktionen ab. Am Ende bekommen beide Streithähne “nur” gelb. Der Rest der ersten Halbzeit lief so wie am Anfang.

2. Halbzeit: Es begann mit unschönen Szenen im Dortmund Block. Bengalos und ein verbranntes Bayern Trikot (Mit Aufdruck “Hummels – 5”) sorgten für eine starke Rauchwolke im Olympiastadion. Nachdem die Pyrotechnik der Borussia Fans abgebrannt und die Graue Rauchwolke weg waren konnte der Schiedsrichter Marco Fritz die Partie für die zweiten 45 Minuten Anpfeifen. Und jetzt konnten die Bayern glänzen. Immer und immer wieder kamen die Münchener gefährlich vor das Tor. Die häufigste Variante: Costa über rechts mit Zug in die Mitte und dann der Pass auf Lewandowski und Co. Die Borussia kam damit gar nicht klar und mussten sich erst finden. Sie stellten sich noch mehr hinten rein und haben erst einmal versucht wieder Abstand zwischen den Bayern und dem eigenen Tor zu bekommen. Im Verlaufe der zweiten Halbzeit kamen die Dortmunder nur zwei bis drei mal gefährlich vor das Tor.
Dann kamen zwei entscheidende Wechsel. In der 70. Spielminute musste Schmelzer nach einem Tackling das Spielfeld verlassen. Für ihn kam Erik Durm. Acht Minuten später ging auch Hummels vom Platz. Hummels lag zuvor auf dem Boden und musste von seinen Mitspielern versorgt werden, in Form von Maßnahmen gegen die Krämpfe. Für Hummels kam Matthias Ginter auf dem Platz.Am Ende rettet sich Dortmund in die Verlängerung.

Verlängerung: Von nun an wussten alle – Jetzt wird es ein langer Fußball Abend. Der FC Bayern ging mit einem großen Vorteil in die Verlängerung, sie hatten nämlich noch alle drei Wechsel. Pep Guardiola wechselte während der Verlängerung nur ein einziges mal. Ribéry musste, wie Hummels, mit Krämpfen vom Platz. Für ihn kam Kingsley Coman. Beide Mannschaften haben es nochmals versucht, doch keiner konnte eine Entscheidung mittels eines Konters herbei führen. Es geht ins Elfmeterschießen.

Elfmeterschießen: Es war ein ungewöhnliches Elfmeterschießen.

Die Schützen in der Übersicht:

Borussia Dortmund: Kagawa (getroffen), S. Bender (verschossen), Sokratis (verschossen), Aubameyang (getroffen), Reus (getroffen)
FC Bayern München: Vidal (getroffen), Lewandowski (getroffen), Kimmich (verschossen), T. Müller (getroffen), Douglas Costa (getroffen)
Die Schützen der Borussen waren fragwürdig gewählt. Als Schütze zwei und drei mussten die beiden Verteidiger ran und beide haben nicht getroffen. Sven Bender mit einem unplatzierten und schwachen Schuss in das rechte Eck. Sokratis traf nur den linken außen Pfosten. Beide Schüsse kein Problem für Manuel Neuer. Bei Bayern trafen alle – außer Kimmich, ebenfalls Innenverteidiger. Kimmich hätte das Elfmeterschießen bereits so gut wie für die Bayern entscheiden können. Er versuchte jedoch Roman Bürki durch die Beine zu schießen. Der erste und auch einzige gehaltene Elfmeter von Roman Bürki. Letzter und entscheidender Schütze war Douglas Costa. Er traf und Bayern wurde somit zum 11. Mal DFB Pokalsieger. Herzlichen Glückwunsch!

Tuchel gibt sich als Sündenbock

Im ARD-Interview nahm Thomas Tuchel die Schuld hauptsächlich auf sich.

Zitat Tuchel: “Ich konnte beim Elfmeterschießen nicht hinsehen. Ich ärgere mich, dass ich so lange gebraucht habe, um mich festzulegen. Es ist mein Fehler gewesen, ich hätte andere bestimmen sollen. Ich hätte die Reihenfolge der Schützen anders bestimmen müssen, das ärgert mich. Aber eine Niederlage im Elfmeterschießen radiert nicht unsere gute Saison aus.”

Es hätte anders laufen können. Aber meiner Meinung nach waren es nicht nur die Schützen, die dieses Elfmeterschießen entschieden haben. Auch die Torhüter waren ein wichtiger Teil des großen ganzen. Bürki hat bisher noch nie einen Elfmeter gehalten für Borussia Dortmund. Vielleicht war er noch nicht so weit und man hätte Weidenfeller bringen sollen – schon von beginn an. Weidenfeller hätte mehr Erfahrung mit gebracht und hat auch schon einige Elfmeter für die Borussen gehalten.

Warum allerdings Sokratis und S. Bender schießen wollten bzw. geschossen haben bleibt ungewiss.

Feierte Götze seinen letzten Titel mit den Bayern? – Hummels: “Vertrag ist noch nicht unterschrieben!”

Mario Götze war gestern Abend ein prominenter Zuschauer auf der Bank. Nach dem Spiel haben sich natürlich viele gefragt – War das der letzte Titel mit den Bayern? Oder war das sogar der letzte Titel in Deutschland? Diese Antwort bekommen wir leider erst spätestens am Ende des anstehenden Transferfensters, doch die Zeichen stehen auf Abschied.

Auch Mats Hummels sorgte gestern für eine Überraschung. Im Interview mit Sky gab er bekannt, dass er noch keinen Vertrag unterschrieben habe. Dies solle erst nach dem Pokalfinale, aber vor der EM passieren. Somit kann man in der nächsten Woche mit einer Unterschrift von Mats Hummels bei den Bayern rechnen.

Mein Fazit:

Es war ein gutes Spiel, ein heißer Kampf und taktisch auf einem hohen Niveau. Beide Teams haben sich nichts gegönnt und man hat allen 22 Spielern auf dem Platz angemerkt, dass sie diesen Titel wollen. Am Ende hatten die Bayern einfach die bessere Kondition nach einer langen Saison, die für viele Spieler noch nicht vorbei ist.

Das Spiel hätte früher gedreht werden können von Dortmund, wenn Ribéry tatsächlich eine Rote Karte bekommen hätte. München wäre geschwächt und die Borussen hätten mit Sicherheit etwas daraus gemacht. Ebenfalls als Kritikpunkt bei Dortmund hätte man nehmen können, dass sie sich zu sehr versteckt haben. Sie haben sich zu sehr auf die Verteidigung konzentriert, wobei sie mit einem überragenden Sokratis, Marcel Schmelzer und Mats Hummels eine gute Abwehrreihe hatten. Es ging zu wenig nach vorne, es war einfach zu wenig.

Somit haben die Bayern verdient gewonnen und Pep Guardiola verabschiedet sich mit dem Double.

Den Vorbericht zum Spiel findet ihr hier.

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