FINDET KÖLN DEN WEG AUS DEM CHAOS?

!UPDATE:

Armin Veh ist der neue Geschäftsführer Sport des 1. FC Köln. Am Mittag des 6. Dezember gab der Verein dies über die sozialen Netzwerke und die Vereinswebseite bekannt. Veh erhält einen Vertrag bis zum 30. Juni 2020. Der 56-jährige wird somit ab dem 11. Dezember die Aufgaben an der Seite von Alexander Wehrle übernehmen und die ehemalige Position von Jörg Schmadtke füllen.
Die Statements von der Vereinswebseite:

„Wir haben mit Armin Veh einen Mann für die Position gewonnen, der unsere Kriterien perfekt erfüllt. Er hat große Erfolge vorzuweisen und bringt viel Erfahrung mit, auch in Krisen. Er ist kommunikativ und führungsstark und passt in unser Team am Geißbockheim. Darüber hinaus kennt er Alexander Wehrle aus der gemeinsamen Zeit in Stuttgart. […] Dass wir Armin Veh überzeugen konnten, diese Aufgabe anzugehen, ist ein echtes Aufbruchsignal für den FC und tut uns sehr gut.“
Werner Spinner – Präsident 1. FC Köln

„Ich habe immer gesagt, dass ein Sportler in die Geschäftsführung gehört und bin sehr froh, dass diese Lücke jetzt mit Armin Veh hervorragend besetzt ist. Seine Erfahrung bringt uns die nötige Ruhe, um im gesamten Club gemeinsam die schwierige sportliche Lage anzugehen.“
Alexander Wehrle – Geschäftsführer 1. FC Köln

„Auf die Möglichkeit, beim 1. FC Köln ein nachhaltiges Projekt anzugehen, freue ich mich sehr. Die Verantwortlichen des FC haben mich davon sofort begeistert und ich sehe es als riesige Herausforderung und zugleich eine tolle Möglichkeit, in diesem faszinierenden Traditionsclub etwas zu bewegen. Ich drücke der Mannschaft und dem Trainerteam die Daumen, dass sie schon am Donnerstag in Belgrad und dann im Spiel gegen den SC Freiburg mit Siegen ein echtes Zeichen setzen können.“
Armin Veh – Neuer Geschäftsführer Sport des 1. FC Köln

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Sonntagmittag um genau 27 Minuten nach 12 war es offiziell. Peter Stöger ist, zum bedauern vieler FC-Anhänger, nicht länger Trainer des 1. FC Köln. Das gab die Vereinsführung um FC-Präsident Wern

er Spinner und Geschäftsführer Alexander Wehrle eher wenig souverän bekannt.

„Wir als Vorstand haben uns immer der Verantwortung gestellt den 1.FC Köln in der ersten Bundesliga zu halten. Bis zuletzt haben wir gehofft, mit Peter Stöger dieses Ziel erreichen zu können. Leider ist diese Überzeugung jedoch trotz des positiven Resultats gestern beim Spiel auf Schalke nicht mehr ausreichend vorhanden.“, so der FC-Boss. Bei der Frage, wie kurzfristig nach dem Spiel gegen die Königsblauen diese Entscheidung gefallen sei, gehen die Meinungen dennoch auseinander.
Grund dafür: Die unerwartete und überraschende Auflösung des Vertrages mit Sportdirektor Jörg Schmadtke, dessen eigentlich noch bis 2023 laufender Vertrag Ende Oktober mit beidseitigem Einverständnis aufgelöst wurde.
Laut Medien hat die Loyalität zu Trainer Stöger Schmadtke den Sportdirektorposten gekostet und auch aus FC-Kreisen gibt es weder Dementi noch andere genannte Gründe.

„Ich beschäftige mich nicht mit anderen Trainern, es gibt keinen Plan B.“

Mit dem Rückzug als Sportdirektor wolle er „den Weg frei machen für einen neuen Impuls“, wobei auch seine Person nicht gänzlich frei von Kritik war.
So muss er sich ankreiden lassen, dass sein aus den Modeste-Millionen getätigter Königstransfer von Jhon Cordoba nicht so wirklich in Köln ankam und so kündigte er an im Winter noch einmal auf dem Transfermarkt tätig zu werden. Diese Chance bleibt dem ehemaligen Erfolgsmanager nun verwehrt.
Gerade nach dieser Entwicklung bleibt die Frage offen, warum sich die Domstädter bereits vor sechs Wochen von Schmadtke, der der letzte Befürworter Stögers im Vorstand war, trennte und doch so lange an Stöger festhielt.

Zu viele Baustellen in Köln ?

Mit der Trennung von Peter Stöger reißen Präsident Spinner und Geschäftsführer Wehrle nun die nächste Baustelle in der Führungsetage des FC auf. Nach der Absage des anfangs noch so sicher geglaubten Transfers von Horst Heldt (Freigabe von Hannover 96 verwehrt) zu den Geißböcken, den Wehrle trotz, dass er keine Namen nennen wollte, wieder ins Spiel brachte, bat man wiederholt um Verständnis, dass man weder einen langfristigen Nachfolger von Peter Stöger noch eine Personalie für die seit sechs Wochen unbesetzte Position des Sportdirektors nennen könne.
Vorerst wird der ehemalige U19-Trainer Stefan Ruthenbeck, welcher schon vor seinem ersten Arbeitstag als Interimscoach einen Rüffel bekam, die Aufgabe Stögers übernehmen. Ruthenbeck hatte sich schon Freitag von seiner U19 verabschiedet und später sickerte auch von Peter Stöger durch, dass er schon vor dem Spiel auf Schalke wusste, dass es sein vorerst letztes sein wird.
Somit kann nun auch sein Gang in die mit 6000 FC-Fans gefüllte Gästekurve und das Ziehen seiner Kappe nach dem Abpfiff zweifelsfrei gedeutet werden. All das gibt nun auch dem von Stöger getätigten Zitat den nötigen Background.
„Egal, ob Lösung A oder B, ich kann mit allem leben. Ich hätte nur gerne eine klare Aussage, weil es sonst schwierig für die Mannschaft ist und es Ihr Sicherheit geben würde.“ war Stöger in die Offensive gegangen und hatte auf eine endgültige Entscheidung, um seine lang diskutierte Position gedrängt. Und auch schon Donnerstag übte er harsche Kritik an der bisherigen Handhabung.

„Wir haben uns im Verein ein Stück weit von Werten losgelöst, die wir über Jahre gelebt haben. Da geht es um Vertrauen, Respekt und Verantwortung.“

In genau dieser stehen nun die verbleibenden Verantwortlichen im Geißbockheim, auch wenn davon bisher wenig zu spüren ist. Die Gerüchteküche um eine mögliche Nachfolge für den Österreicher sowie Jörg Schmadtke kocht in den Medien jetzt erst so richtig auf, sowohl Markus Anfang (Trainer bei Holstein Kiel; Vertrag bis 2019), der bisher aber von keinem Interesse der Kölner wissen soll, als auch der kürzlich entlassene Union Berlin Trainer Jens Keller, dessen Entlassung noch unverständlicher zu seien scheint, sind hoch gehandelte Kandidaten. Mit der Suche wolle man sich aber bis zur Winterpause Zeit nehmen und keinen Schnellschuss wagen, dabei wäre eine schnellstmögliche Konstante doch so wichtig für die unbeständige Zeit in Köln.

Suche schwieriger als erwünscht

Die Spekulationen um die möglichen Nachfolger werden wohl vorerst nicht verstummen, so versicherte Wehrle, dass man in den letzten sechs Wochen wohl schon mit mehreren Personen Kontakt habe, die für eine Nachfolge der Personalie Schmadtke in Betracht kämen. Außer Horst Heldt, dessen Namen Wehrle abermals in Spiel brachte, gibt es bisher jedoch keine bestätigten Anfragen.
Diversen Medienberichten zu Folge sei Dietmar Beiersdorfer der Topkandidat auf die Nachfolge von Jörg Schmadtke. Beiersdorfer traf sich bereits Samstagnachmittag mit den Kölnern in einem Hotel mitten in der Kölner Innenstadt; laut Präsident Spinner um den Weihnachtsmarkt zu besuchen, was nach einer eher hilflosen Ausrede klingen mag.
Ob und vor allem wie zeitnah man einen Nachfolger für die zu besetzenden Stellen in Köln findet bleibt weiterhin fraglich, so müssten sich die zukünftigen Verantwortlichen schon ordentlich was zutrauen um den krisengebeutelten Effzeh aus der Misere zu führen und den drohenden Abstieg mit aller Gewalt zu verhindern.
So hofft man zumindest für die Fans und das Umfeld, welches trotz der prekären Situation die Treue und die Farben des Vereins hochhält, dass bald Klarheit geschaffen wird und wieder ein wenig Konstanz zurückkehrt, nur so ist der tiefe Fall zurück ins Chaos vergangener Tage abzufangen.

Offizielle Entlassung am 03.12.2017 von Peter Stöger.

Offizielle Entlassung am 03.12.2017 von Peter Stöger. Bild von BULI-KMPKT

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